Privatkredite als Anlagemöglichkeit: Hohe Renditen im Zinstief

By | 27. August 2018

Längst können nicht mehr nur Banken Kredite ausgeben. Auch Privatpersonen können über spezielle Kreditplattformen im Internet zu Geldgebern werden und so anderen Menschen aushelfen, für die ein Darlehen von der Bank keine gute Option ist. Für den Kreditgeber liegt die Besonderheit in den hohen Renditen: Je nach Projekt lassen sich hier weit mehr als 7 % Zinsen verdienen. Kein Wunder also, dass Privatkredite in Deutschland seit Jahren an Beliebtheit gewinnen.

Kreditgeber werden über das Internet

Diese Portale funktionieren nach einem einfachen Prinzip: Sie bringen Anleger und Kreditsuchende zusammen und kassieren dafür meist einen kleinen Bruchteil der Investition als Lohn für ihren Service. Wie hoch die gewünschten Kredite ausfallen, ist sehr unterschiedlich. Manchmal erlauben die Anbieter schon Anfragen ab wenigen Hundert Euro, bei anderen geht es ab 1.000 Euro los. Das Besondere an diesen Plattformen ist, dass die einzelnen Kredite nicht zwangsläufig von einer einzigen Person finanziert werden müssen, erklären die Experten des Portals KreditBeantragen.online. Es ist eher typisch für einen Anleger, dass pro Projekt nur geringe Beträge investiert werden, zum Beispiel jeweils 25 Euro. Möchte man 250 Euro investieren, könnte man die Summe somit auf 10 unterschiedliche Kredite aufteilen, egal wie hoch der angefragte Betrag ist. Ein Kreditprojekt startet in der Regel erst dann, wenn sich ausreichend Geldgeber gefunden haben. Ab diesem Moment verdient man Geld mit seiner Investition. Je nachdem, wie riskant ein Projekt durch den Kreditvermittler bewertet wurde, fallen die Zinsen aus. Eine bewährte Praxis ist, dass die Portale mit einer Bank zusammenarbeiten, über die alle Transfers laufen. Das hat für alle Parteien Vorteile, da Störungen rechtzeitig auffallen. Verpasst ein Schuldner zum Beispiel eine Zahlung, muss das nicht immer böswillig sein, und das Problem kann schnell behoben werden.

Privatkredite sind nicht risikofrei

Angesichts der anhaltend niedrigen Zinsen, die man als privater Anleger bei Banken bekommt, scheint ein Privatkredit für Geldgeber besonders verlockend. Wenn man statt 0,5 % mehr als 7 % Rendite mit seinem Geld verdienen kann, ist das verständlich. Doch bevor man unüberlegt in private Kredite investiert, sollte man sich des damit verbundenen Risikos bewusst werden: Ist ein Gläubiger zahlungsunfähig, kann man die investierte Summe im schlimmsten Fall verlieren. Das passiert zwar nur selten, aber die Möglichkeit besteht. Meistens versuchen Anbieter, die Kredite zwischen zwei Privatpersonen vermitteln, solche Ausfälle zu vermeiden. Viele Plattformen arbeiten zum Beispiel mit einem Inkassoservice zusammen, der sich im Ernstfall um das Problem kümmert. Dennoch gibt es Situationen, in denen auch ein Inkassobüro keine guten Chancen mehr hat. Ist der Schuldner zum Beispiel dauerhaft zahlungsunfähig und hat Insolvenz angemeldet, wird es schwierig, die geschuldete Summe vollständig zurückzubekommen. Einige Anbieter haben weitere Maßnahmen umgesetzt, um problematische Fälle frühzeitig zu erkennen. So kann wie bereits erwähnt überwacht werden, ob der Schuldner seine Ratenzahlungen regelmäßig macht. Bezahlt er mehrere Monate in Folge nicht, kündigt der Anbieter den Kredit und veranlasst die Rückzahlung der noch ausstehenden Summe. So bekommt man zwar keine Zinsen für den offenen Betrag, verliert aber auch nicht das investierte Kapital. Diese Extremfälle sind jedoch die Ausnahme und kommen vermehrt bei Kreditprojekten vor, die als besonders risikoreich eingestuft wurden. Hält man sich an Kreditnehmer, die als zuverlässig bewertet wurden und gute Sicherheiten zu bieten haben, ist die Chance auf einen Ausfall sehr gering. Je nach Plattform werden die Risiken in mehr oder weniger feine Abstufungen unterteilt. Auf jeden Fall kann man vor der Zusage sehen, welches Risiko jedes einzelne Kreditgesuch birgt, und sich dementsprechend entscheiden.

Private Kredite als Chance für Kreditnehmer

Immer dann, wenn eine Bank nicht als Kreditgeber infrage kommt, kann es eine gute Möglichkeit sein, einen Kredit von Privat zu beantragen. Was bei deutschen Banken zum Beispiel eher unüblich ist, sind Darlehen über niedrige Summen, mit denen man sich oder jemand anderem einen Wunsch erfüllen möchte. Einfaches Beispiel: Weihnachten steht vor der Tür und die Kinder äußern in letzter Minute kostspielige Wünsche, die man spontan nicht finanzieren kann. Das Geld kurzfristig bei einem Freund zu leihen ist vor Weihnachten wahrscheinlich unmöglich, da jeder selbst Geschenke zu kaufen hat. Mit einem kleinen Kredit, der in kurzer Zeit wieder abbezahlt ist, könnte man die nötige finanzielle Freiheit schaffen. Doch bei der Hausbank stößt dieses Vorhaben vermutlich auf geschlossene Ohren – beim Privatkredit hingegen hat man es mit Geldgebern zu tun, die die Situation emotional nachvollziehen können und gerne aushelfen. Bei guter Bonität und einer geeigneten Absicherung wie einem KFZ fallen die Kreditzinsen zahm aus. Kredite von privat bieten sich aber auch bei schlechter Bonität an, wenn die meisten Banken bereits ablehnen. Zwar wird man auch von den Kreditvermittlern im Internet genau geprüft, was Finanzen und Zahlungsfähigkeit angeht, doch statt einer Absage bekommt man hier meist nur eine höhere Risikostufe zugeteilt. Die privaten Geldgeber dürfen dann selbst entscheiden, ob sie die Gelegenheit nutzen möchten. Für Selbstständige und Existenzgründer sind die Kreditplattformen ebenfalls eine gute Chance. Unabhängig von der Bonität haben sie es oft schwer, ein Darlehen von einer Bank zu erhalten. Online hingegen kann man seine Idee einem breiten Publikum vorstellen und so mehr potenzielle Kreditgeber erreichen.

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