By | 20. April 2017
Darlehen

Wer sich aus welchen Gründen auch immer, Geld von dritten Parteien leihen möchte, kommt in der Regel mit dem Begriff “Darlehen” in Verbindung. Umgangssprachlich wird ein Darlehen oftmals auch als Kredit bezeichnet, wenngleich sich ein Kredit in rechtlichen Fragen vom Darlehen unterscheidet. In der verkürzten Version ist auch “Darlehn” ein genutzter Begriff. Es gibt verschiedene Arten von Darlehen, die sich wahlweise auf den Verwendungszweck oder die Darlehensmodalitäten beziehen. In der Regel können auf diese Weise Darlehensnehmer die für sie optimalste Kreditform in Abstimmung mit dem Darlehensgeber aussuchen.

Was ist ein Darlehen?



Bei einem Darlehen handelt es sich um eine Geld- oder Sachleihgabe eines sogenannten Gläubigers (Darlehensgeber) an einen Schuldner (Darlehensnehmer). Zwischen den beiden Parteien wird ein schuldrechtlicher Vertrag geschlossen, der in der Regel vor allem in geldlichen Angelegenheiten, schriftlich erfolgt.

Die Leihgabe wird über einen befristeten Zeitraum eingeräumt, in dem der Darlehensgeber dem Schuldner eine bestimmte Geldsumme oder eine Sache zur Nutzung zu Verfügung stellt. Ein Darlehen kann entgeltlich oder unentgeltlich erfolgen. Das bedeutet, dass je nach vertraglicher Vereinbarung, zuzüglich zur Rückzahlung beziehungsweise Rückgabe einer Sache, ein Zins seitens des Darlehensgebers gefordert wird.
Ein klassisches Beispiel ist ein Darlehen eines Kreditinstitutes, welches unter bestimmten Bedingungen, Darlehen den Darlehensnehmer vergibt, welcher zur Darlehenstilgung Zinsen an den Darlehensgeber zu entrichten hat.

Bei einem Darlehen wird der Zeitraum der Leihgabe festgesetzt und als Laufzeit bestimmt. Die Höhe der Zinsen berechnet sich aus dem prozentualen Zinssatz sowie der Laufzeit eines Darlehens und der Schuldensumme. Werden Darlehenstilgungen vorgenommen, reduziert sich die Restschuldensumme und entsprechend die Höhe der Zinssumme. Je nach Darlehensvertrag, wird zwischen einem Festzins und einem variablen Zinssatz unterschieden.
Zinszahlungen erfolgen in der Regel nach Ablauf eines Kalenderjahres oder bei kurzen Laufzeiten von weniger als 12 Monate, bei Rückzahlung des Gesamtdarlehens, sofern keine andere Regelung zwischen den Parteien vereinbart wurde.

Zusätzlich kann vom Darlehensgeber eine sogenannte Darlehensgebühr gefordert werden. Die Höhe dieser ist im Normalfall von der Höhe des Darlehens abhängig und basiert auf unterschiedlichen Gebührenordnungen der einzelnen Kredit- und Darlehensinstitute.

Was ist ein Tilgungsdarlehen?

Das Tilgungsdarlehen basiert auf einen Ursprung, in dem der Begriff “Tilgung” auf den angelsächsischen Wortlaut “dilegian” im frühen Jahrhundert zurückzuführen ist, welcher wiederum aus dem lateinischen “delere” abgeleitet wurde und so viel wie “vernichten, tilgen” bedeutet.

Bei einem Tilgungsdarlehen handelt es sich um einen schuldrechtlichen Vertrag, bei dem sich die meist monatliche Belastungshöhe aus Tilgungssumme und Zinszahlung ergibt. Das Prinzip hierbei ist, dass sich mit jeder Teiltilgung die Darlehenssumme verringert und dementsprechend auch die Zinshöhe mit jeder Teiltilgung sinkt. Bei einem Tilgungsdarlehen wird der Tilgungsanteil pro Fälligkeitsdatum im Voraus festgesetzt, aber durch die kontinuierlich reduzierte Restschuld verringert sich die Zinsbelastung. Der Fachmann spricht hier auch von einer linearen Tilgung, bei der die Tilgungsleistung mit jeder Zahlung sinkt.

Ein Tilgungsdarlehen bietet sich vor allem als Alternative zu einem Annuitätsdarlehen an, bei

– gewerblichen Finanzierungen
– Immobilienkrediten

Was ist ein Bauspardarlehen?

Der Ursprung eines Bauspardarlehens soll sich im 18. Jahrhundert befinden. In der Herkunftsgeschichte wird sich auf einen Vorfall im Britischen Birmingham bezogen, in dem sich im Jahre 1775 im Rahmen einer großen Wohnungsnot, die Idee zu einer Art Sparanlage entwickelte. Englische Arbeiter sollen nach den Erzählungen die erste Bauspargesellschaft gegründet haben. In diese wurden Geldbeiträge eingezahlt und gesammelt. In der Folge ergaben sich Bargeldeinlagen, welche erlaubten, bei Bedarf den Sparern, größere Summen zu Verfügung zu stellen, die sie für eigene Wohnfinanzierungen benötigten.

Das Prinzip wurde in die heutige Zeit übernommen und findet als sogenanntes Bauspardarlehen Anwendung. Dabei wird ein Bausparvertrag mit einer definitiven Bauspardarlehenssumme abgeschlossen, bei dem über einen längeren Zeitraum eine feste Bausparsumme eingezahlt wird.
In der Regel machen die Spareinzahlungen je nach Anbieter von Bausparverträgen, zwischen 40 und 50 Prozent der gesamten Bausparsumme inklusive Zinsen aus, welche im Vorfeld bei Vertragsabschluss festgelegt wurde. Der restliche Prozentsatz kann als Bauspardarlehen aufgenommen werden. Dazu muss ein bestimmter Bewertungswert und das Ende der Laufzeit sowie die ausgemachte Sparsumme erreicht worden sein, um zu der angesparten Bausparsumme ein Bauspardarlehen aufnehmen zu können. Die Ansparungszahlungen entfallen damit und die Tilgung des Bauspardarlehens beginnt zügig.

Die jeweilige Bausparversicherung verwendet die eingezahlten Sparbeiträge für die Darlehensvergabe an andere Bausparer. Die Darlehenstilgung erfolgt in den gleichen Pool, wie alle anderen Sparansammlungen, so dass hieraus Geld für weitere Bauspardarlehen anderer Versicherungsnehmer bereitsteht.
Sollten sich zur Antragsstellung eines Bauspardarlehens viele andere Versicherungsnehmer ebenfalls eines Bauspardarlehens bedienen wollen, kann es vorkommen, dass das Bausparunternehmen über eine nicht ausreichende Liquidität aus dem Bausparpool verfügt. Hier muss zwischenfinanziert werden, was den ansonsten niedrigen Darlehenszins ansteigen lässt. Dementsprechend setzen Bausparer oft auf mehrere kleinere Bausparverträge, die leichter allein aus einem Bauspar-Pool ausgezahlt werden können und somit der Bausparer größere Chancen auf niedrige Zinsen eines Bauspardarlehens erhält.

Was ist ein Annuitätendarlehen?

Ähnlich wie bei einem Tilgungsdarlehen, geht es bei einem Annuitätsdarlehen vonstatten. Der Unterschied basiert in erster Linie auf dem Begriff “Annuität”, welches aus dem lateinischen Wort “annus” abgeleitet ist und ein “Jahr” bestimmt. Es fand bereits seit Christus Geburt Verwendung und ist vor allem in kirchlichen Schriften sowie im alten Rom als “anno domini” bekannt.

Im Finanzwesen und in Verbindung eines Darlehens, beschreibt “Annuität” den Jahresablauf während eines Darlehens. Im Gegensatz zu dem Tilgungsdarlehen bleiben alle Ratenzahlung bis zum Darlehensbegleichung während der Laufzeitjahre immer gleich.
Zu Beginn der Ratenzahlungen liegt die Zinsberechnung aufgrund der noch hohen Darlehenssumme am Höchsten. Durch die konstante Reduzierung der Restschuld aufgrund der Tilgungen, sinkt die Zinsbelastung mit jeder Tilgungsratenzahlung. Anders als bei einem Tilgungsdarlehen, steigt die Tilgungsrate nun im gleichen Verhältnis zur Senkung des Zinsanteils, sodass der Darlehensnehmer zu dem bestimmten Fälligkeitsdatum immer mit einer gleichen Rate rechnen kann. Vor allem bei Immobilienfinanzierungen wird das Annuitätendarlehen oft einem Tilgungsdarlehen vorgezogen.

Was ist ein Partiarisches Darlehen?

Der Begriff “partiarisch” stammt dem lateinischen Wort “partire” ab und bedeutet übersetzt “teilen”, was sich im Finanzwesen auf eine Beteiligung bezieht.

Von einem patriarchischen Darlehen wird gesprochen, wenn der Darlehensnehmer dies zum Beispiel für ein Start-up Unternehmen, für einen Unternehmensausbau oder zur Konkursabwendung benötigt. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Darlehen, werden Darlehensgeber nicht durch Zinszahlungen “entlohnt”, sondern erhalten eine Gewinn- der Umsatzbeteiligung an dem Unternehmen, für das ein Darlehen gewährt wurde. Es ist eine Form von Investment, mit einer stillen Teilhaberschaft zu vergleichen und wird auch als Beteiligungsdarlehen betitelt. Je nach Vereinbarung können neben einer Gewinn- oder Umsatzbeteiligung zusätzlich Zinsverbindlichkeiten hinzugefügt werden.

Anders als bei einem Kauf von Unternehmensanteilen, tritt einem partiachischen Darlehen der Darlehensgeber nicht als Gesellschafter auf und besitzt e nach Beteiligungswert, nur bedingt ein Mitspracherecht im Unternehmen. Zudem wird bei partiachischen Darlehen eine Laufzeit vereinbart, an dessen Ende der Darlehensgeber die Darlehenssumme plus gegebenenfalls Zinsen an den Darlehensgeber zurück erstatten muss.

Sollte das finanziell unterstützte Unternehmen keine oder nur geringe Gewinne beziehungsweise Umsätze einfahren, kann der Investor beziehungsweise Darlehensgeber auch nur geringe bis gar keine Erträge aus dem Darlehen ziehen. Allerdings wird bei dieser Art des Beteiligungsdarlehens auch eine Verlustverantwortung ausgeschlossen. Das heißt, der Darlehensgeber haftet nicht für Unternehmensschulden.

Das partiarische Darlehen blickt auf eine Geschichte zurück, die bis in das Mittelalter des alten Venedigs reicht. Hier war es bereits ein gängiges Finanzierungsprogramm, was von Kaufleuten genutzt wurde, um ihre Geschäfte anzukurbeln oder neue Geschäfte zu gründen. Auch Christoph Columbus soll auf diese Weise Geldgeber gefunden haben, die seine Reisen finanzierten.

Was ist ein Ratendarlehen?

Die Geschichte des Ratendarlehens begann im frühen 19. Jahrhundert, als das damals in New York ansässige Möbelhaus “Cowperthwait & Son” erstmals einen Finanzierungsplan durch Teilratenzahlungen ermöglichte.
Im Jahre 1850 folgte das amerikanische Singer-Nähmaschinen Unternehmen und bot zur Rechnungsbegleichung Ratenzahlungen an.
Als Warenhaus mit Ratenkrediten war der Unternehmer Alex Friedländer der erste Deutsche, der Käufe auf der Basis von Ratenzahlungen einführte.
Das erste Ratendarlehen für eine Fahrzeugfinanzierung erfolgte im Jahre 1917 über “Commercial Investment Trust” und wurde erstmalig für Käufe von Rennwagen eingeführt.

Bis heute hat sich das Ratendarlehen weit verbreitet und erlaubt Verbrauchern auch ohne oder wenige eigene finanzielle Mittel Anschaffungen zu tätigen und die Kaufsumme je nach Angebot des Unternehmens, in meist monatlichen Raten den Kaufpreis zu erstatten.

Bei mehreren Tilgungsraten bleiben diese während der gesamten Laufzeit konstant. In der Regel werden Zinszahlungen erst am Ende der Laufzeit oder eines Kalenderjahres fällig. Durch die Tilgungen verringert sich die Rest-Darlehenssumme, sodass der Zinsbetrag mit jedem Jahr geringer wird. Dies unterscheidet das Ratendarlehen von beispielsweise dem Annuitätsdarlehen, bei dem sich die Tilgungshöhe um die Summe der Zinsverringerung automatisch erhöht und auf diese Weise am Ende der Tilgungen, das Darlehen vollständig inklusive Zinszahlungen beglichen ist.

Als Ratendarlehen wird umgangssprachlich ein Kredit genannt, bei dem Tilgungsraten die Kreditsumme ablösen. Die Tilgungsraten können monatlich, einmal im Quartal, alle halbjährlich oder in einem Ganzen am Ende der Darlehenslaufzeit erfolgen. Ratendarlehen finden in der Regel zwischen Verbrauchern und Unternehmen Anwendung. Überwiegend werden Ratendarlehen in Anspruch genommen, wenn die Tilgung in einer relativ kurzen Laufzeit erfolgen kann, weil ein aktueller finanzieller Engpass überbrückt werden soll beziehungsweise ein Kaufpreis nicht vollständig aufgebracht werden kann oder möchte. Weit verbreitet sind Ratendarlehen bei beispielsweise

– Fahrzeugkäufen
– im Versandhandel
– Reisebuchungen
– kostenintensivere handwerklichen Dienstleistungen
– in der Schönheitschirugie

Was ist ein Endfälliges Darlehen?

Bei einem endfälligen Darlehen werden keine Tilgungen während der Laufzeit vorgenommen, wie es zum Beispiel bei Tilgungs- oder Annuitätsdarlehen der Fall ist. Hier erfolgt die Kreditrückzahlung erst am Ende der Darlehenslaufzeit. Es werden lediglich die Zinsen fällig, dessen Zahlungen in der Regel zum Ende eines jeden Jahres erfolgen, wobei die letzte Zinszahlung mit der Darlehenstilgung vorgenommen wird. Der Experte spricht auch von einem Festdarlehen. Eine gute Bonität für ein endfälliges Darlehen, ist die Regel.

Ein endfälliges Darlehen wird meist dann in Anspruch genommen, wenn ein gewisser Zeitraum überbrückt werden soll, an dessen Ende der Darlehensnehmer eine Geldzahlung erwartet, wie zum Beispiel aus einer Lebensversicherung oder Bausparvertrag. Hier ist auch von einer Zwischenfinanzierung zu sprechen.

Wenn vorab Geld benötigt wird, geht eine vorzeitige Kündigung von Lebensversicherungen oder Ähnlichen, immer mit spürbaren Verlusten einher. Aus diesem Grund tendieren viele Verbraucher oder Unternehmer zu einem endfälligen Darlehen, um Kündigungen laufender Finanzanlagen zu vermeiden. Allerdings sollte hier beachtet werden, dass vor allen bei sicheren Anlagen ein negativer Zins erfolgen kann, wenn die Zinsen für ein endfälliges Darlehen die Zinsvorteile einer sicheren Geldanlage überschreiten. Ein Verlust muss also am Ende immer in Kauf genommen werden, der sich in der Regel aber im Vergleich zu Anlagenkündigungen, geringer verhält.

Ein weiterer Grund für ein endfälliges Darlehen liegt bei den Steuervorteilen, die es insbesondere bei Immobilienvermietungen bietet. Die Schuldzinsen können steuerlich abgesetzt werden, während bei der Auszahlung von Lebensversicherungen oder Ähnlichem, in den ersten zwölf Jahren der Laufzeit, die Zinserträge zu versteuern wären. Der steuerliche Vorteil ergibt sich allerdings nicht für die Finanzierung von privatem Eigentum.

Fazit

Die Unterschiede zwischen den einzelnen Darlehensarten sind oft nur minimal, wenngleich diese je nach Verwendungszweck und finanzieller Situation, gravierend für den Darlehensnehmer sein können. Hier heißt es, die passende Darlehensform so auszuwählen, dass diese den persönlichen Ansprüchen gerecht werden sowie finanziell am vorteilhaftesten für den Darlehensnehmer sind.

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