Wie funktioniert ein Bildungskredit-Antrag?

BildungskreditDer Bildungskredit: Wissenswertes zur Antragstellung

Beim Bildungskredit handelt es sich um eine Möglichkeit, sich während einer Ausbildung die finanziellen Mittel für die Deckung der Lebenshaltungskosten zu organisieren. Der Bildungskredit wird auf Antrag gewährt und dient vor allem dazu, um in der Abschlussphase einer Ausbildung als Schüler oder Studierender mittels zinsgünstigem Darlehen die Ausbildung ohne finanzielle Sorgen abschließen zu können. Der Vorteil vom Bildungskredit ist, dass er unabhängig vom eigenen Einkommen oder dem der Eltern gewährt wird und zusätzlich zum BAföG und zum KfW-Studienkredit beantragt werden kann. Antragsteller müssen keinerlei Sicherheiten vorweisen. Die effektive Jahresverzinsung beträgt 0,8 Prozent. Wer einen Bildungskreditantrag stellen möchte, sollte allerdings die langen Bearbeitungszeiten des Bundesverwaltungsamts berücksichtigen. Denn aufgrund der vielen Antragstellungen kann eine Bearbeitung des Bildungskredit-Antrags bis zu sieben Wochen lang dauern.

Einfache Antragstellung mittels Online-Formular

Ein Antrag auf Bildungskredit wird beim BVA-Bundesverwaltungsamt mit Sitz in Köln gestellt. Für die Antragstellung wird ein Antragsformular online, das vom Antragssteller komplett ausgefüllt werden muss. Im Zuge der Antragstellung müssen auch unterschiedliche Dokumente und Nachweise mit eingereicht werden. Das Bundesverwaltungsamt empfiehlt, eine Antragstellung erst sechs Wochen vor dem Beginn der zu fördernden Ausbildungsphase zu stellen, da der Bildungskredit erst gewährt wird, wenn sich der Schüler oder der Studierende in dem entsprechenden Ausbildungsabschnitt befindet. Das Online-Formular des BVA bietet den Vorteil, dass der Antragsteller den Antrag sofort zur Bearbeitung an das Bundeswerwaltungsamt schicken kann. Die Unterlagen, die zum Bildungskredit-Antrag mit eingereicht werden müssen, sollten innerhalb von 14 Tagen beim BVA postalisch oder per Fax einlangen, um die zügige Bearbeitung des Bildungskredit-Antrags nicht zu verzögern. Wichtig ist jedoch auch, dass der vorab eingereichte Online-Antrag ausgedruckt und unterschrieben nachgeschickt wird. Denn erst wenn der Bildungskredit-Antrag im Original vorliegt, kann das BVA mit der Bearbeitung des Bildungskredit-Antrages beginnen.

Wer ist Anspruchberechtigter für den Bildungskredits?

Den Kredit können alle Schüler und Studenten beantragen, die sich in der Schlussphase ihrer Ausbildung befinden. Anspruchsberechtigt sind zudem jene, die ein Praktikum absolvieren, oder ein Aufbau-, Ergänzungs- oder Zusatzstudium absolvieren. Diese einkommensunabhängige Bildungsförderung ist für volljährige Menschen gedacht, die maximal 36 Jahre alt sind. Vorausgesetzt wird ein ständiger Wohnsitz in Deutschland. Ausnahmen gibt es jedoch für deutsche Staatsbürger, die im Ausland leben, aber die Bedingungen für die Gewährung des Bildungskredits nach § 6 BAföG erfüllen. Des Weiteren muss die Ausbildungsstätte vom BAföG anerkannt sein, um den Bildungskredit bewilligt zu bekommen.

Welche Unterlagen zum Bildungskredit-Antrag müssen beilegt werden?

Wie bereits erwähnt müssen zum Bildungskredit Antrag unterschiedliche Dokumente und Nachweise beigelegt werden. Schüler benötigen andere Nachweise als Studierende. Bei Studenten hängen die erforderlichen Unterlagen mit dem zu fördernden Ausbildungszweig zusammen. Des Weiteren müssen ausländische Antragsteller spezielle Dokumente und Nachweise dem Bildungskredit-Antrag beilegen. Alle Nachweise müssen dem BVA in Kopie per Post oder Fax übermittelt werden.

Unterlagen für Schüler:

  • Kopie des Personalausweises
  • aktuelle Schulbescheinigung inklusive Gesamtausbildungsdauer und Abschluss
  • falls vorhanden: bereits vorhandene Berufsabschlüsse

Antragsbeilagen für Studierende von Bachelorstudiengängen

  • Kopie des Personalausweises
  • aktuelle Immatrikulationsbescheinigung
  • Leistungsnachweise des ersten Studienjahres (60 ECTS)
  • falls vorhanden: Nachweis über geplantes Studienende
  • bei Auslandsaufenthalte: Bestätigung der deutschen Hochschule über den inhaltlichen Zusammenhang der Studienleistungen im Ausland

Antragsbeilagen für Studierende von Postgradualen Studiengängen

  • Kopie des Personalausweises
  • Immatrikulationsbescheinigung
  • Abschlusszeugnis des bereits absolvierten Studiums bei Auslandsaufenthalte:
  • Bestätigung der deutschen Hochschule über den inhaltlichen Zusammenhang der Studienleistungen im Ausland

Für die Antragsstellung von Studenten, die eine Förderung zum Magister- und Diplomstudiengang bzw. zum Staatsexamen wünschen, werden zum Personalausweis und zur Immatrikulationsbestätigung auch Zwischenprüfungszeugnisse, Bescheinigungen über die vollständig erbrachten Leistungen der ersten beiden Ausbildungsjahre sowie ein Nachweis über das geplante Studienende benötigt. Ausländische Antragssteller benötigen neben der Kopie des Personalausweises oder des Reisepasses eine aktuelle Meldebescheinigung sowie im Bedarfsfall die Heiratsurkunde und den Personalausweis des Ehepartners, den Ausweis der Eltern oder eine Bescheinigung über das Daueraufenthaltsrecht der Eltern.

Für eine kleine Zwischenfinanzierung kann man sich auch einen Kleinkredit nehmen.

Der Bildungskredit Antrag ist vollkommen kostenlos

Für die Antragstellung des Bildungskredites müssen lediglich das Antragsformular ausgefüllt und unterschrieben und die erforderlichen Dokumente und Nachweise beigelegt werden. Die Antragstellung an sich ist kostenlos. Der Bildungskredit selbst wird mit einem Jahreseffektivzinssatz von 0,8 Prozent verzinst, sodass der Antragsteller im Rahmen der Rückzahlung des Darlehens gewisse Kosten in Kauf nehmen muss. Da es sich bei einer Verzinsung in dieser Höhe um einen sehr günstigen Kredit handelt, sind die Kosten, die mit der Rückzahlung des Darlehns verbunden sind, relativ gering. Der Bildungskredit kann übrigens laut Tilgungsplan, den der Antragstellung nach Gewährung des Darlehens erhält, abbezahlen oder die Rückzahlung auch schon früher durchführen. Durch die frühere Rückzahlung minimieren sich auch die Kosten für die Verzinsung des Bildungskredites.

Wie ist der Bildungskredit zurückzuzahlen?

Ein Darlehen mittels Bildungskredit Antrag kann in der Höhe von 1.000,- Euro bis maximal 7.200,- Euro beantragt werden. Nur in Ausnahmefällen, beispielsweise weil teure Arbeitsmaterialien für den Abschluss der Ausbildung erforderlich sind, kann ein höheres Darlehen beantragt und bewilligt werden. Die Auszahlung erfolgt entweder in Teilbeträgen von 100,-, 200,- oder 300,- Euro monatlich oder als Einmalzahlung, die allerdings nur in einer Höhe von maximal 3.600,- Euro möglich ist. Gefördert wird er Antragsteller für bis zu 24 Monate mittels Darlehnsauszahlungen. Die Rückzahlung erfolgt in Raten von 120,- Euro pro Monat und beginnt vier Jahre nach Erhalt der ersten Auszahlungsrate. Wer möchte, kann den Bildungskredit auch früher zurückbezahlen oder ab Beginn der Rückzahlungsverpflichtung das Darlehen mit höheren Raten tilgen. Wurde der Bildungskredit einmal bewilligt, müssen keine Leistungsnachweise mehr erbracht werden. Die genauen Bestimmungen und Sonderrichtlinien werden auf der Webseite des Bundesverwaltungsamts im Detail beschrieben.

Ist ein Bildungskredit zusammen mit BAföG möglich?

Da es sich bei dem Bildungskredit um eine zusätzliche Förderung von Schülern und Studierenden handelt, darf das Darlehen auch zusätzlich zur BAföG-Förderung beantragt und bezogen werden. Darüber hinaus ist die gleichzeitige Inanspruchnahme von Bildungskredit und KfW-Studienkredit möglich. Mehr dazu hier: kfw.de

Bildquelle: https://pixabay.com/de/bleistift-holz-bleistift-bildung-1486278/

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